Willkommen in der Praxis für Logopädie
Andrea Schachner in Aschaffenburg

WAS IST KLINISCHE LERNTHERAPIE

LESERECHTSCHREIBSCHWÄCHE

Im Allgemeinen spricht man von einer LeseRechtschreibSchwäche, wenn es sich um eine mildere Form der Legasthenie handelt bzw. man davon ausgehen kann, dass sich diese Störung bis zur Pubertät auswächst. Nichts desto Trotz leiden die Kinder enorm unter ihrem Nichtkönnen!

WORAN KANN MAN EIN KIND MIT EINER LRS ERKENNEN

In unseren Praxen beobachten wir in den letzten Jahren eine steigende Zahl von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen, die in der Schule eine LRS entwickeln. Die meisten dieser Kinder sind auch motorisch auffällig.

LEGASTHENIE

Kinder, die eine Legasthenie entwickeln, zeigen immer auch Auffälligkeiten in motorischen, per-zeptiven und sprachlichen Entwicklungssystemen. In Abhängigkeit von der Intelligenz und der Fähigkeit, effektive Kompensationsstrategien zu finden und einzusetzen, zeigten sich diese Ent-wicklungsauffälligkeiten bereits vorschulisch. Manchmal jedoch lässt sich eine gut kompensierte Legasthenie bis zum Übertritt ins Gymnasium kaschieren.

WORAN KANN MAN EIN KIND MIT LEGASTHENIE ERKENNEN

• Kind hat Schwierigkeiten im Bereich der Hörverarbeitung (Lautunterscheidung, Merkspanne, Filtern aus Hintergrundgeräuschen)
• Schwierigkeiten Rechtschreibregeln zu memorieren und anzuwenden
• Lautgetreue Schreibweise wird sehr lange beibehalten
• Bekannte Worte werden immer wieder falsch geschrieben (mangelnde Wortbildabspeicherung)
• Zusammenziehendes Lesen wird nur schwer erlernt
• Buchstaben-Laut-Zuordnung wird nicht gespeichert
• Auch geübte Diktate weisen eine hohe Fehlerzahl auf
• Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Ausdauer sind eingeschränkt, vor allem im Klassenverband!
• Kind hat motorische, visuelle und auditive Entwicklungsauffälligkeiten
• Auffälligkeiten im Bereich der motorischen Koordinationsfähigkeit (Wechselsprung und Hampelmann gelingen nur schwer; Buchstabenverdreher)
• Kind kann nur schwer oder gar nicht Rhythmen wiedergeben

In der Anamneseerhebung kann man nicht selten eine familiäre Disposition erfragen, wobei die männlichen Familienmitglieder häufiger betroffen sind.

DYSKALKULIE

Zunehmend mehr Kinder zeigen in der Schule Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen, Zahlen-räumen und Mengenvorstellungen. Oftmals fällt dies aber erst Mitte bis Ende der zweiten Klasse auf, dann, wenn das Lösen von Textaufgaben gefordert ist.

WORAN KANN MAN EIN KIND MIT DYSKALKULIE ERKENNEN

• Kind zeigt Auffälligkeiten im Bereich der visuellen Wahrnehmungsleistung
• Kind kann sich schlecht in großen Räumen bzw. Räumlichkeiten orientieren
• Lernt schwer die Begriffe des Ortes und der Zeit (vor auf, unter...erst, dann...)
• Zeigte u.U. vorschulisch einen hartnäckigen Dysgrammatismus
• Kann keine Witze erzählen bzw. verstehen
• Kann Spielanleitungen nur schwer oder gar nicht sinnverständlich erklären
• Kann nur schwer logische Begründungen geben (mündlich und schriftlich)
• Verwechselt lange oder immer noch rechts-links
• Hat Schwierigkeiten nach Anleitung z.B. Lego aufzubauen
• Hat Schwierigkeiten sein Zimmer aufzuräumen
• Ist nicht oder nur kurze Zeit gekrabbelt
• Zeigt Schwierigkeiten im Bereich der motorischen Koordination
• Zeigt Schwierigkeiten bei Fingerspielen und im Erlernen von komplexen Bewegungsfolgen (z.B. bei Tänzen)

Häufig liegen die Ursachen für eine so genannte Dyskalkulie (Rechenschwäche) in Entwicklungs-auffälligkeiten, die sich vorschulisch ausreifen.

Eine logopädische und/oder ergotherapeutische Abklärung ist daher immer indiziert!

ACHTUNG: Kinder mit einer Dyskalkulie sind emotional sehr belastet, was wiederum ihre Symptomatik verstärken bzw. verzerren kann.

DIAGNOSTIK-THERAPIE-BERATUNG-INTERDISZIPLINÄRE ZUSAMMENARBEIT

DIAGNOSTIK einer Dyskalkulie, Legasthenie bzw. LRS orientiert sich nicht nur an einer Fehler-analyse auf der Symptomebene: Umfassende Daten aus der Entwicklungs- und Sozialanamnese, entwicklungspsychologische Testergebnisse und Befunde im Rahmen einer klinischen Beobachtung werden ebenso erfasst und zur Beurteilung herangezogen. Die Interpretation der so ermittelten Daten ergeben die Grundlagen für die anschließend mögliche Behandlung.

THERAPIE einer Dyskalkulie, Legasthenie bzw. LRS findet in Form von einzel- aber auch grup-pentherapeutischer Begleitung statt und schließt eine kontinuierliche, intensive und persönliche BERATUNG der Eltern mit ein.

Sollte sich herausstellen, dass die Mittel der klassischen klinischen Lerntherapie nicht ausreichen, so empfiehlt sich die Überlegung ob eine vorangehende oder gleichzeitige INTERDISZIPLINÄRE ZUSAMMENARBEIT mit den klassischen Berufszweigen der Logopädie, Ergotherapie und/oder Physiotherapie angestrebt werden sollte (die Voraussetzungen für Lesen, Rechnen, Schreiben werden vorschulisch geschaffen und sind in den Behandlungskatalogen der genannten Berufsgruppen enthalten).